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Green IT: Digitalisierung im Einklang mit der Umwelt

Zuletzt aktualisiert am 15. November 2023

13-17 Megatonnen CO2 stößt die Unternehmens-IT in Deutschland in jedem Jahr aus. Das entspricht etwa der Hälfte der Gesamtemissionen von Irland. Und das nur für die IT in Unternehmen. Umweltkiller sind hier vor allem die Endgeräte wie Laptops und Smartphones. Dabei könnte eine Änderung der Beschaffungspraktiken bis zu 60% der endgerätebedingten Emissionen einsparen.

Dass es bei dem ökologischen Fußabdruck der Unternehmens-IT Verbesserungspotenzial gibt, wurde schon Ende der 80er erkannt. Denn schon vor über 30 Jahren kam der Ansatz der Green IT auf. Doch was genau verbirgt sich dahinter? Und vor allem: Was können Unternehmen konkret tun?

In diesem Blogbeitrag erfahren Sie mehr über Green IT, ihre Bedeutung und wie Unternehmen nachhaltige IT-Strukturen schaffen können, um die Digitalisierung nachhaltiger zu gestalten. 

Was ist Green IT?

Green IT, auch als "Grüne Informationstechnik" bekannt, bezieht sich auf Maßnahmen und Technologien, die darauf abzielen, den ökologischen Fußabdruck der IT zu reduzieren. Dabei geht es um die Entwicklung und Nutzung von IT-Ressourcen, die energieeffizient und umweltverträglich sind.

Ziel der Green IT ist es, die Umweltauswirkungen der gesamten IT-Branche zu minimieren, einschließlich Hardware, Software, Rechenzentren, Netzwerken und digitalen Diensten. 

Zu den Hauptaspekten gehören: 

  • Energieeffizienz
  • Ressourceneffizienz
  • Lebenszyklusbetrachtung
  • Nachhaltige Software
  • Reduzierung von Abfällen
  • Einsatz von IT zur Reduzierung von Emissionen
  • Bewusstsein und Schulung
  • Erneuerbare Energien 

Herausforderungen der Digitalisierung

Die Digitalisierung und der Anstieg des Energieverbrauchs im IT-Sektor haben die Notwendigkeit von Green IT weiter in den Vordergrund gerückt. Unternehmen, Regierungen und Privatpersonen setzen vermehrt auf Green IT, um den ökologischen Fußabdruck zu verringern und nachhaltigere IT-Strukturen zu schaffen.

Denn: Die Digitalisierung hat zweifelsohne das Potenzial, den Energie- und Rohstoffbedarf zu senken und Prozesse zu optimieren. Doch gleichzeitig ist es wichtig zu erkennen, dass jede digitale Anwendung einen realen Bedarf an Rohstoffen und Energie hat. Dieser Beitrag zur Umweltzerstörung und zum Klimawandel ist oft schwer zu quantifizieren, da es kaum verlässliche Daten zum Energieverbrauch gibt. Diese Unsicherheit erschwert es, Effizienzpotenziale und Fehlentwicklungen in diesem Bereich zu identifizieren. 

Die Rolle von Unternehmen in der Green IT

Unternehmen spielen eine entscheidende Rolle bei der Umsetzung von Green IT. In der Wirtschaft liegen große Einsparungspotenziale mit weitrechenden Auswirkungen auf den Klimaschutz. Gleichzeitig ergeben sich auch für die Unternehmen selbst direkte Vorteile.

Natürlich ist der Umweltschutz ein direkter Vorteil, von dem Unternehmen langfristig profitieren. Gleichzeitig zeigen Unternehmen, die umweltfreundliche Praktiken in ihrer IT-Infrastruktur umsetzen, soziale Verantwortung. Dieses Engagement für Green IT kann das Image eines Unternehmens in der Öffentlichkeit verbessern. Das stärkt das Markenimage und kann gleichzeitig ein Wettbewerbsvorteil sein, wodurch sich das Unternehmen abhebt. Dadurch können Unternehmen neue Kund:innen gewinnen und bestehende binden.

Auch finanziell betrachtet bietet Green IT Vorteile: Sie kann zu erheblichen Kosteneinsparungen führen. Durch die Reduzierung des Energieverbrauchs und die Verlängerung der Lebensdauer von IT-Geräten können Unternehmen ihre Energiekosten senken und müssen weniger Ressourcen für den Kauf neuer Hardware aufwenden.

Gleichzeitig kann Green IT die Effizienz steigern und zu nachhaltigem Wachstum beitragen. Green IT-Maßnahmen, wie die Virtualisierung von Servern und die Optimierung von Datenzentren, können die Effizienz der IT-Infrastruktur steigern, was wiederum die Geschäftsprozesse insgesamt verbessert. Dies unterstützt langfristige Geschäftsstrategien und trägt zur Sicherung von Arbeitsplätzen bei.

Insgesamt bietet Green IT eine Vielzahl von Vorteilen, die über den Umweltschutz hinausgehen und die Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit von Unternehmen stärken. Unternehmen, die sich frühzeitig mit diesem Thema auseinandersetzen, können langfristige Vorteile erzielen und gleichzeitig einen positiven Beitrag zum Umweltschutz leisten

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Maßnahmen für nachhaltige IT-Strukturen

Unternehmen können verschiedene konkrete Maßnahmen ergreifen, um ihre IT nachhaltiger zu gestalten. Diese Maßnahmen beziehen sich auf den gesamten Lebenszyklus von IT-Ressourcen, von der Herstellung bis zur Entsorgung:

1. Energieeffiziente Hardware

Die Auswahl und Nutzung von langlebiger und energieeffizienter Hardware, wie stromsparenden Computern, Servern und anderen Geräten, kann den Energieverbrauch erheblich reduzieren. Wenn die Hardware zusätzlich sachgerecht gewartet wird, kann die Lebenserwartung deutlich erhöht werden.

2. Virtualisierung

Die Virtualisierung von Servern und Speichern ermöglicht eine bessere Ressourcenauslastung und reduziert den Bedarf an physischer Hardware. Dies führt zu einer effizienteren Nutzung von Rechenzentren.

3. Cloud-Hosting

Die Nutzung von Cloud-Hosting-Diensten bei zertifizierten Rechenzentren kann effizienter sein als der Betrieb eigener Server und reduziert den Bedarf an physischer Hardware.

4. Einsatz erneuerbarer Energien

Die Umstellung auf erneuerbare Energiequellen, wie Solarenergie oder Windkraft, zur Stromversorgung von Rechenzentren und IT-Infrastruktur kann den CO2-Fußabdruck erheblich verringern.

5. Stromsparmodi und Energiesparfunktionen

Die Aktivierung von Stromsparmodi auf Geräten und die Nutzung von Energiesparfunktionen können den Energieverbrauch erheblich senken. Auch konsequentes Herunterfahren von Hardware kann einen Beitrag leisten.

6. Recycling und Entsorgung

Die sachgerechte Entsorgung von Elektronikschrott und die Förderung des Recyclings von IT-Geräten sind wichtige Schritte, um Abfälle zu reduzieren und Ressourcen wiederzuverwenden.

7. Papierloses Büro

Die Reduzierung des Papierverbrauchs durch den verstärkten Einsatz digitaler Dokumente und elektronischer Kommunikation spart nicht nur Papier, sondern reduziert auch den Bedarf an Druckern und Tintenpatronen.

8. Mobile Arbeitsprozesse

Die Förderung von Homeoffice und Videokonferenzen kann dazu beitragen, die Notwendigkeit von Dienstreisen zu reduzieren, wodurch Treibhausgasemissionen gesenkt werden.

9. Bewusstseinsbildung und Schulung

Schulungen für Mitarbeitende können das Bewusstsein für Umweltaspekte in der IT stärken und dazu beitragen, nachhaltige Praktiken zu fördern.

Unternehmen können je nach ihren individuellen Anforderungen und Ressourcen die für sie relevanten Maßnahmen auswählen und umsetzen, um ihre IT nachhaltiger zu gestalten. 

Der Weg in eine nachhaltige IT-Zukunft

Die Transformation zu einer klimaneutralen und nachhaltigen Gesellschaft ist ohne die Digitalisierung kaum möglich. Dennoch müssen wir die Umweltauswirkungen der IT-Branche berücksichtigen. Studien zeigen, dass der Stromverbrauch von Rechenzentren erheblich ansteigt und die Emissionen der Digitalwirtschaft in den nächsten Jahren einen signifikanten Anteil am Gesamtausstoß von Kohlenstoffdioxid ausmachen könnten.

Green IT ist deshalb nicht nur ein Schlagwort, sondern ein dringend notwendiger Schritt, um die Digitalisierung nachhaltiger zu gestalten und unsere Umwelt zu schützen. Durch die Umsetzung von Maßnahmen zur Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks in der IT können wir eine umweltfreundlichere digitale Zukunft schaffen, die im Einklang mit den Herausforderungen des Klimawandels und der Ressourcenknappheit steht.  

Der erste Schritt zur Green IT

Sie möchten Ihre IT nachhaltiger gestalten, wissen aber nicht, wo Sie anfangen sollen? Wir unterstützen Sie! Im Rahmen unseres System-Checks machen wir zunächst eine Ist-Analyse Ihrer bestehenden Infrastruktur und leiten im Anschluss konkrete Handlungsempfehlungen ab. Gemeinsam mit Ihnen digitalisieren wir Ihre Prozesse und können Ihre Infrastruktur lokal bei uns in der münsterland.cloud hosten.

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Quellen

McKinsey & Company (2022): „Smartphones, Drucker und Co. erzeugen fast doppelt so viel CO2 wie Rechenzentren“, 15. September 2022, https://www.mckinsey.com/de/news/presse/green-it-dekarbonisierung-unternehmens-it-studie, letzter Zugriff am 15. November 2023

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