In 3 Schritten WLAN an Ihrer Schule – inklusive Checkliste zur Vorbereitung

Digitalisierung in Schulen ist in aller Munde. Neben dem Druck auf die Schulen wachsen aber auch die Bedarfe. Vor allem bei hybriden Unterrichtsformaten steigen die Anforderungen an die IT-Infrastruktur. Auch die Ausstattung mit WLAN – zentral für digitalen Unterricht – muss gut geplant sein.

Wir zeigen Ihnen anhand von drei Schritten, worauf Sie bei der Ausstattung mit WLAN achten sollten und geben Ihnen eine ausführliche Liste mit Fragen zur Vorbereitung an die Hand.

1. Stellen Sie die nötigen Vorüberlegungen für Ihr WLAN an

Wenn Sie Ihre Schule mit WLAN ausstatten möchten, sollten Sie zunächst einige Vorüberlegungen anstellen. Das hilft Ihnen, das Vorhaben strukturiert anzugehen und spart Zeit bei der Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern. Denn jede Schule hat spezifische Anforderungen. Und nur mit den richtigen Vorüberlegungen passt die Lösung am Ende auch zu Ihnen.

  • Ist Ihre Schule an das Breitbandnetz angeschlossen?Vom WLAN profitieren die Schüler*innen im Unterricht.

Zunächst einmal sollten Sie prüfen, ob Ihre Schule an das Breitbandnetz angeschlossen ist bzw. werden kann. Ohne einen Anschluss kann in Ihrer Schule kein WLAN eingerichtet werden.

  • Sind Ihre Vorhaben förderbar?

Prüfen Sie zusätzlich, ob Ihr Vorhaben durch Förderprogramme finanziert werden kann. Der DigitalPakt Schule beispielsweise fördert den Ausbau von IT-Infrastruktur an Schulen. Hierfür müssen sie ein technisch-pädagogisches Einsatzkonzept mit Berücksichtigung medienpädagogischer, didaktischer und technischer Aspekte erstellen. Weitere Informationen finden Sie hier.

  • Wo und zu welchem Zweck soll das WLAN verfügbar sein?

Die Antwort auf diese Frage können Sie größtenteils aus Ihrem technisch-pädagogischen Einsatzkonzept ableiten. Hieraus ergibt sich, welche Räume wie ausgestattet werden müssen und es werden die Anforderungen an das Netz genauer spezifiziert.

  • Welche Netzsegmente sind erforderlich?

Aus IT-Sicherheitsgründen sollten die verschiedenen Netze unbedingt getrennt werden. Bevor Sie externe Dienstleister einschalten, sollten Sie sich überlegen, welche einzelnen Segmente Sie benötigen. Typischerweise erfolgt eine Trennung zwischen Netzen für Schüler*innen, Lehrkräften, Verwaltung und ggf. Gästen. Passen Sie diese Unterteilung an Ihre Bedürfnisse an.

  • Wer darf was in welchen Netzen?

Die Beantwortung dieser Frage ist wichtig für die Festlegung von Nutzungs- und Zugangsrechten und trägt zur Sicherheit Ihrer Netze bei. Schüler*innen sollten beispielsweise keinen Zugriff auf die Netze für Verwaltung und Lehrkräfte haben. Außerdem sollten sie nur begrenzte Rechte haben: Durch Downloads gehen beispielsweise Gefahren für die IT-Sicherheit aus. Hier sollten Sie sich im Vorhinein genau überlegen, wer was wo darf.

  • Welche Nutzungsregeln gibt es für Endgeräte?

Auch für den Umgang mit Endgeräten sollte es eindeutige Regeln geben. Dazu gehört u.a. auch, wie Updates verteilt werden sollen. Das ist wichtig, damit keine Sicherheitslücken entstehen. Erstellen Sie Nutzungsvereinbarungen, die sowohl von den Lehrkräften als auch von den Schüler*innen bzw. Eltern unterschreiben lassen.

  • Welche Infrastruktur besteht schon?

Gerade für die externen Dienstleister ist eine Inventur der existierenden IT-Infrastruktur sehr wichtig. Wenn sie wissen, was es bereits gibt, kann Ihr Dienstleister darauf aufbauen und macht nicht doppelte Arbeit. Das spart Zeit und Kosten.

  • Welche Bedürfnisse haben die Nutzer*innen?

Damit Sie am Ende auch genau die Infrastruktur erhalten, die Sie benötigen, empfiehlt es sich, die späteren Nutzer*innen von Beginn an einzubeziehen. Fragen Sie nach speziellen Anforderungen und richten Sie beispielsweise eine Fachgruppe aus Lehrkräften und Vertreter*innen des Schulträgers ein, die die Anforderungen an die Netzwerkstruktur konkretisiert und sich mit dem IT-Dienstleister austauscht.

2. Planen Sie Ihr WLAN gemeinsam mit einem IT-Dienstleister

Eine genaue Planung des WLAN ist sinnvoll.Mit Ihren Vorüberlegungen können Sie nun in die konkrete Planung einsteigen. Sie kennen Ihre Schule zwar am besten, doch spätestens hier sollten Sie professionelle Unterstützung einschalten. Bei der Implementierung eines WLANs gibt es viel zu beachten und Fehler können schnell zu gefährlichen Sicherheitsrisiken führen.

Um genau zu planen, wie Ihr WLAN aufgebaut sein muss, sollte nun eine WLAN-Ausleuchtung erfolgen. Dafür benötigt Ihr IT-Dienstleister folgende Informationen:

  • Gebäudeplan mit Maßstab
  • Baumaterial von Wänden und Türen
  • Informationen zu besonderen baulichen Aspekten (z.B. in Bezug auf Denkmalschutz)
  • Brandschutzbestimmungen

So müssen am Ende keine kostspieligen Änderungen vorgenommen werden. Bei der Ausleuchtung können die idealen Standorte für Access Points gefunden werden, um die gewünschte Flächendeckung zu erreichen.

Nach der virtuellen Ausleuchtung folgt eine reale Ausleuchtung. Dafür werden die zuvor angebrachten Access Points im laufenden Schulbetrieb getestet. Nur so können potentielle Schwachstellen entdeckt werden. Tests während der Ferien wären nicht aussagekräftig. Auf dieser Basis wird ggf. noch ein letztes Finetuning vorgenommen.

Während der Planung sollten Sie sich gemeinsam mit dem IT-Dienstleister auf das gewünschte Frequenzband einigen. Je nach Ihren Anforderungen eignen sich entweder 2,4 GHz, 5 GHz oder eine Mischung der beiden Frequenzen.

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IT-Sicherheit symbolisch dargestellt durch ein Schloss, das einen Zaun verschließt

3. Lassen Sie Ihr WLAN vom IT-Dienstleister einrichten

Für die Implementierung sollten Sie ebenso wie für die Planung einen externen Dienstleister hinzuziehen. Hier sollten Sie wieder auf Ihre individuellen Anforderungen eingehen und mit dem IT-Dienstleister besprechen. Es empfiehlt sich beispielsweise bei der Hardware auf Business-Komponenten zu setzen. Achten Sie außerdem darauf, dass die Hersteller Ihnen die Versorgung mit Firmware- und Sicherheitsupdates garantieren.

Das WLAN wird implementiertWenn nicht bereits vorhanden, sollte außerdem eine strukturierte Gebäudeverkabelung erfolgen. So sollten in jedem Unterrichtsraum mindestens vier LAN-Zugänge für pädagogische Zwecke zur Verfügung stehen. Hier können Sie Präsentationsysteme, PCs und ähnliches anschließen. Je nach eingesetzten Medien kann es aber auch sein, dass Sie deutlich mehr LAN-Zugänge benötigen. Berücksichtigen Sie auch Leitungen für die smarte Gebäudesteuerung wie beispielsweise Heizungen oder Rollos.

Vergessen Sie bei der Implementierung Ihres WLANs nicht den Datenschutz. Da personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, müssen Sie die Betroffenen rechtzeitig informieren sowie deren Einwilligung einholen. Außerdem sollten Sie ein Löschkonzept erstellen, das die Vorgänge bei Wegfall der Verarbeitungsgrundlage – wenn z.B. eine Schülerin die Schule verlässt – regelt.

Zusätzlich sollten Sie Ihr WLAN entsprechend sichern. Hierzu gehört neben dem Einsatz von Firewalls und Antivirensoftwares auch ein Updatemanagement sowie die Durchführung regelmäßiger Backups

Ebenso wie das WLAN selbst sollten auch die Sicherheitsmaßnahmen an Ihre Bedürfnisse angepasst sein. Lassen Sie sich von Ihrem IT-Dienstleister beraten, welche Maßnahmen für Sie notwendig bzw. sinnvoll sind.

Wenn Sie sich an diesen drei Schritten orientieren, steht der WLAN-Ausstattung nichts mehr im Wege. Vor allem bei den Vorüberlegungen sind Sie gefragt – gestalten Sie Ihr WLAN genauso, wie Sie es benötigen.

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Quellen

Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (2020): „NET.2.1: WLAN-Betrieb (Edition 2020)“, 09. September 2020, https://www.bsi.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/BSI/Grundschutz/Kompendium_Einzel_PDFs/09_NET_Netze_und_Kommunikation/NET_2_1_WLAN_Betrieb_Edition_2020.html, letzter Zugriff am 10. März 2021.

Medienberatung NRW (2020): „WLAN an Schulen. Eine Orientierungshilfe für Schulträger, Schulleitungen und Entscheidungsgremien“, https://www.medienberatung.schulministerium.nrw.de/_Medienberatung-NRW/Publikationen/Broschuere_WLAN_in_Schulen_Final.pdf, letzter Zugriff am 10. März 2021.