IT-Ausstattung Ihrer Schule: Diese 5 Punkte sollten Sie beachten

Den Wissensstand per Quiz abfragen, das alte Rom per Virtual Reality greifbar machen oder eigene Lernvideos erstellen – klingt nach Zukunftsmusik, muss es aber nicht sein. Mit der richtigen IT-Ausstattung ist das alles kein Problem.

Im Gegenteil: Digitale Konzepte können helfen, den Unterricht interessanter und greifbarer zu gestalten. Ganz nebenbei erlangen die Schüler*innen zudem eine tiefgreifende und umfangreiche Medienkompetenz.

Konzept ist hier das passende Stichwort. Denn ohne Konzept machen auch die modernsten Technologien keinen guten Unterricht aus. Die Folge: Geräte sind nicht kompatibel, Lehrkräfte, wissen nicht, wie sie mit ihnen umgehen müssen, die Ausstattung wird nicht gewartet und kann im Endeffekt nicht für den Unterricht genutzt werden.

Damit die Ausstattung Ihrer Schule gelingt, haben wir für Sie fünf Punkte zusammengefasst, die Sie beachten sollten.

Was steht Ihnen bereits an (IT-) Ausstattung zur Verfügung?

Als erstes sollten Sie eine Inventur der IT-Ausstattung machen.Bevor Sie sich Gedanken über neue Ausstattung machen, sollten Sie erst einmal den Status Quo ermitteln. Machen Sie einmal Inventur. Schauen Sie, was Ihnen bereits zur Verfügung steht. Erst dann können Sie abschätzen, was Ihnen noch fehlt.

Außerdem ist es wichtig, dass die neu angeschafften Geräte zu Ihrer bestehenden Ausstattung passen und kompatibel sind. Sonst funktioniert die Integration nur bedingt und Lehrende wie Lernende müssen sich konstant umstellen.

Ohne Internet funktioniert das beste digitale Konzept nicht. Die Frage ist hier also: Haben Sie einen leistungsfähigen Glasfaseranschluss? Der bildet nämlich die Basis für all Ihre Digitalisierungsvorhaben und sollte zuerst in Angriff genommen werden.

 

Was ist Ihre Zielsetzung?

IT nur um der IT willen funktioniert nicht. Und nur weil eine gute Ausstattung vorliegt, wird der Unterricht nicht besser. Damit aus der reinen Technologie ein gutes Unterrichtsformat wird, benötigen Sie ein Konzept, das Erkenntnisse aus der Medienpädagogik, der Didaktik und technische Möglichkeiten berücksichtigt. Damit die Digitalisierung Ihrer Schule gelingt, müssen Lernmethoden, Lernmittel und Lernräume aufeinander abgestimmt sein.

Ausgangspunkt sind hier immer die Schüler*innen: Was hilft ihnen, sich den Stoff besser anzueignen? Die Antworten auf diese Frage können je nach Schulform ganz unterschiedlich ausfallen – daher sollten Sie die Gegebenheiten an Ihrer Schule unbedingt berücksichtigen. Ein Konzept, das für alle Schulen funktioniert, gibt es genauso wenig wie eine Ausstattungsformel mit einem festgelegten Verhältnis von Rechnern zu Schüler*innen.

Ihre Ausstattungsbedarfe sollten Sie in fachlichen Lernmittelkonzepten und darauf aufbauend im schulischen Medienkonzept festhalten. Auf dieser Basis kann Ihr Schulträger dann einen tragfähigen Medienentwicklungsplan erstellen. Hier laufen Überlegungen aus den Bereichen Technik, Organisation und Pädagogik zusammen und schaffen die Grundvoraussetzungen für die tatsächliche Implementierung.

Wie soll die Umsetzung erfolgen?

Bei der IT-Ausstattung Ihrer Schule sind Überlegungen zur konkreten Umsetzung nicht zu vernachlässigen.Bei der konkreten Umsetzung steht zunächst einmal die Entscheidung an, was denn nun angeschafft werden soll und über welchen Weg. Außerdem müssen Sie klären, ob Sie mobile Endgeräte anschaffen oder nach dem Prinzip „Bring your own device“ (BYOD) vorgehen möchten. Bringen die Schüler*innen ihre eigenen Geräte mit, spart das zwar Kosten im Einkauf, erhöht aber die Anforderungen an die technische Einbindung, die pädagogische Konzeption und die IT-Sicherheit. Außerdem sollten Sie soziale Härten berücksichtigen.

Falls nicht schon vorhanden, sollten Sie mit der Anbindung Ihrer Schule an das Glasfasernetz beginnen und Ihre Schule mit WLAN versorgen. Dank Ihrer konkreten Überlegungen aus dem zweiten Schritt, wissen Sie bereits, in welchen Räumen WLAN zur Verfügung stehen soll. Je nach einzusetzenden Geräten müssen Sie zudem Stromleitungen verlegen lassen.

Bereits bei der Konzeptionierung, aber spätestens bei der Umsetzung ist es wichtig, dass Schulen, Schulträger und externe Dienstleister auf Basis des Medienentwicklungsplans gut zusammenarbeiten. Zumal Dienstleister schon im Einkauf bessere Konditionen erzielen können. Außerdem wird so sichergestellt, dass die neue Ausstattung professionell implementiert wird. Denn nur zuverlässig nutzbare Geräte können einen pädagogischen Mehrwert bieten.

In 3 Schritten WLAN in Ihrer Schule - inklusive Checkliste zur Vorbereitung

Wie funktioniert die Finanzierung Ihrer IT-Ausstattung?

Eine Finanzierungsmöglichkeit ist der DigitalPakt Schule. Mit der Förderung unterstützen Bund und Länder Schulen bei der Ausstattung mit einer leistungsfähigen digitalen Infrastruktur, inklusive WLAN, Whiteboards, mobilen Endgeräten etc.

Dafür steuern der Bund fünf Milliarden Euro und die Länder weitere 555 Millionen Euro bei. Runtergerechnet bedeutet das für Ihre Schule, dass Ihnen 139.000€ zur Verfügung stünden.

Für die Beantragung der Fördergelder lohnt sich die Auseinandersetzung mit Punkt zwei. Denn Voraussetzung ist ein technisch-pädagogisches Einsatzkonzept. In diesem Konzept geht es ganz konkret darum, wie Sie digitale Bildung umsetzen wollen und wie Sie Ihre Lehrkräfte fortbilden. Auch Punkt eins – Ihre Inventur – taucht an dieser Stelle wieder auf.

Alternative Finanzierungsmöglichkeiten sollten unbedingt mit Ihrem Schulträger besprechen.

Wer übernimmt Service, Support und Verwaltung für Ihre IT-Ausstattung?

Ohne Supportkonzept funktioniert die IT-Ausstattung Ihrer Schule nur sehr eingeschränkt.In der Regel sind die Schulträger – in vielen Fällen Kommunen – für Betrieb und Support von schulischer IT zuständig. Was bedeutet das konkret? Es bleibt meist an den Lehrkräften hängen. Neben Organisation und ihrem eigentlichen Job – dem Unterrichten – kommen immer neue Aufgaben hinzu. Das Ergebnis: Die Unterrichtsqualität leidet oder die Lehrer*innen müssen ihre Freizeit opfern, um den Mehraufwand zu bewältigen. Zudem sind die meisten Lehrkräfte nicht qualifiziert und für den Support ausgebildet.

Auf den ersten Blick mag es zwar so aussehen, als könnten Schulträger Geld einsparen, wenn Lehrkräfte die Verwaltung der schulischen IT übernehmen. Häufig endet es aber in Überarbeitung, unzureichender Umsetzung und schlechterem Unterricht. Alles in allem nicht sehr wünschenswert.

Die Lösung: Holen Sie sich professionelle Unterstützung sowohl bei der Implementierung als auch der Wartung Ihrer neuen IT-Ausstattung. Denn die Ausstattung Ihrer Schule kann nur funktionieren, wenn Schulen, Schulträger und externe Dienstleister Hand in Hand arbeiten, um das bestmögliche Lernangebot zu machen.

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Quellen

Bundesministerium für Bildung und Forschung (2020): „DigitalPakt Schule. Das smarte Klassenzimmer“, https://www.bmbf.de/upload_filestore/pub/DigitalPakt_Schule.pdf.

Medienberatung NRW (2017): „Lernförderliche IT-Ausstattung für Schulen. Orientierungshilfe für Schulträger und Schulen in NRW“, https://www.medienberatung.schulministerium.nrw.de/Medienberatung-NRW/Publikationen/Orientierungshilfe_es_neu.pdf.